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Abschnitt 2: Wirtschaft und Märkte
Die wichtigsten Punkte
Das globale Wachstum dürfte stärker bleiben als erwartet
Anders als erwartet ist der zollbedingte globale Abschwung im Jahr 2025 ausgeblieben. Wir hielten die Konsenserwartungen das gesamte Jahr über für zu pessimistisch. Nach den Zollankündigungen der US-Regierung im April waren die Konsensprognosen für das Wachstum der US-Wirtschaft massiv gesenkt worden. Seither haben sie sich jedoch stetig erholt und fast wieder ihr Ausgangsniveau erreicht. Die mittlere Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten zwölf Monaten ist etwas gesunken, mit 30 % aber immer noch doppelt so hoch wie im historischen Durchschnitt (15 %).
Technologieinvestitionen haben die Schlagzeilen beherrscht und das Wachstum in den USA angekurbelt. Aber auch die US-Verbraucher haben trotz des schwächeren Arbeitsmarktes weiter lebhaft konsumiert. Das Wachstum der privaten Einkommen ist stabil und Hinweise auf eine abnehmende Konsumfreude sind nicht erkennbar. Durch die niedrigeren Benzinpreise sind die verfügbaren Einkommen gestiegen. Gleichzeitig sind die Fiskal- und Geldpolitik unterstützender geworden.
Wir gehen davon aus, dass das globale Wachstum im kommenden Jahr stärker ausfallen wird als erwartet. Für die USA, den Euroraum und Großbritannien prognostizieren wir eine über den Konsensschätzungen liegende Wachstumsdynamik. In Japan und den Schwellenländern rechnen wir ebenfalls mit einer erkennbaren Verbesserung. China gibt etwas Anlass zur Sorge – die hier erwartete Wachstumsverlangsamung dürfte allerdings moderat ausfallen, sodass es nicht zu Verwerfungen kommen sollte.
Eine expansive Fiskalpolitik könnte für einen weltweit anhaltenden Inflationsdruck sorgen
Weltweit ist eine lockerere Fiskalpolitik zu beobachten. Das Haushaltsdefizit der USA ist trotz niedriger Arbeitslosigkeit und starkem Wachstum so hoch wie noch nie. Nimmt man den Zeitraum von 1990 bis 2015 als Maßstab, sollten die USA heute einen fast ausgeglichenen Haushalt haben. Stattdessen liegt das US-Defizit bei über 6 % des BIP und wird voraussichtlich weiter steigen. Eine ähnliche Dynamik ist in Japan und Deutschland zu beobachten, während der Ausblick in Großbritannien und Frankreich ungewiss ist.
Positiv ist, dass die hohen Staatsausgaben das globale Wachstum stützen dürften. Für 2026 zeichnet sich ein wirkungsvoller Mix fiskalpolitischer Initiativen in mehreren Märkten ab, bestehend aus Steuersenkungen, höheren Verteidigungsausgaben, Subventionen für die Rückverlagerung von Produktionsstätten und der fortschreitenden (wenn auch unterschiedlich schnellen) Umstellung auf erneuerbare Energien. Dadurch könnte die Inflation jedoch weiterhin deutlich über den Zielwerten der Zentralbanken liegen. Zölle – ein fiskalpolitisches Instrument, das Einnahmen generiert und hilft, Haushaltslöcher zu stopfen – wirken ebenfalls inflationär. Außerdem ist da noch das „Crowding-out“-Risiko – die Gefahr, dass höhere Haushaltsdefizite und Zinsen Kapital von anderen wichtigen Investitionen weglenken. In den USA zum Beispiel sind die Ausgaben der Unternehmen für Hardware und Software im Jahresvergleich zuletzt um 15 % gestiegen, die übrigen Anlageinvestitionen dagegen gesunken.
Zinspfad und Zinskurventrends sprechen gegen eine Verlängerung der Duration
Da wir 2026 mit einem starken Wachstum und einer lockeren Fiskalpolitik rechnen, sehen wir nur begrenztes Potenzial für eine gute Performance von Anlagen mit längerer Duration. Unsere Schätzung der globalen BIP-gewichteten Laufzeitprämie erreichte kürzlich mit 90 Basispunkten den höchsten Wert seit 2014. Grund für diesen Anstieg sind die höheren Zinsen in den USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Großbritannien. Da wir kurzfristig nicht mit einem entschiedenen Kurswechsel in der Fiskalpolitik rechnen, dürfte dieser Aufwärtsdruck anhalten.
Von der Geldpolitik erwarten wir keine nennenswert positiven Impulse. Die US-Notenbank und die Bank of England dürften die Leitzinsen weiter senken, aber vermutlich weniger stark, als die Märkte derzeit eingepreist haben (Abbildung 1). Unterdessen dürften die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan die Zinsen bis Ende 2026 anheben. Für die Duration wäre vermutlich keine dieser beiden Entwicklungen – eine Enttäuschung der Markterwartungen an Zinssenkungen oder Zinserhöhungen – positiv.
Unerwartete Risiken bleiben allgegenwärtig
Unser positiver makroökonomischer Ausblick ändert nichts daran, dass weiterhin Risiken bestehen. Geopolitische Spannungen könnten sich zuspitzen und neue Bedrohungen könnten entstehen. Was den Handel betrifft, erwarten wir für das kommende Jahr keine neuen Zölle. Angesichts der Überraschungen des Jahres 2025 sind neue Schocks im Jahr 2026 jedoch auch nicht auszuschließen. Das oberste Gericht der USA prüft derzeit die Rechtmäßigkeit der von US-Präsident Trump verhängten Zölle. Bei einer Niederlage könnte sich die US-Regierung gezwungen sehen, ihre Zollpolitik zurückzunehmen. Andere Behörden könnten das Zollsystem auf einer sichereren rechtlichen Grundlage wiederherstellen. Das könnte jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen und zu einer wieder größeren Unsicherheit führen.
Abseits der Zollpolitik endet im Frühjahr die Amtszeit des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Das Weiße Haus wird voraussichtlich Anfang 2026 seinen Nachfolger bekannt geben. Vor diesem Hintergrund haben die Märkte bereits eine größere Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni als bei vorangehenden Sitzungen eingepreist. Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed könnten für einen anhaltenden Abwärtsdruck auf den Dollar sorgen.
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Endnoten
Quellen
Alle Markt- und Wirtschaftsdaten stammen von Bloomberg, FactSet und Morningstar.
Dieses Material ist nicht als Empfehlung oder Anlageberatung gedacht, stellt keine Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder einer Anlagestrategie dar und wird nicht in treuhänderischer Eigenschaft bereitgestellt. Die bereitgestellten Informationen berücksichtigen nicht die spezifischen Anlageziele oder Umstände eines bestimmten Anlegers und schlagen keinen bestimmten Handlungsweg vor. Anlageentscheidungen sollten auf Grundlage der Ziele und Umstände eines Anlegers und in Abstimmung mit dessen Finanzfachleuten getroffen werden.
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