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Makroausblick

Der Zolldeal hat seinen Preis – schafft aber Klarheit

Laura Cooper
Head of Macro Credit and Global Investment Strategist
Drei Lehren aus den jüngsten Entscheidungen der Zentralbank hero

Die Mä;rkte haben verhalten auf die jü;ngste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU reagiert. Mit einem Zollsatz von 15% auf die meisten europä;ischen Waren scheinen die USA der kurzfristige Gewinner zu sein. Unserer Ansicht nach gleichen die positiven Auswirkungen des Wegfalls der Handelsunsicherheit die negativen Auswirkungen der hö;heren Zö;lle jedoch mehr als aus. Unter dem Strich fü;hrt die Einigung zu einem etwas besseren Ausblick fü;r Wachstum und Investitionen in Europa.

Aus Sicht globaler Investoren reduziert der Zolldeal die unkalkulierbaren geopolitischen Risiken, sorgt fü;r mehr Planungssicherheit in Schlü;sselsektoren und ebnet den Weg fü;r ein stabileres wirtschaftliches Umfeld im Euroraum. In einer Zeit, in der die geldpolitische Divergenz und die Fiskalpolitik weiterhin im Fokus stehen, ist dies besonders relevant.

Zoll-Schlagzeilen ü;berlagern positive Weichenstellung

Der Basiszollsatz von 15% auf die meisten europä;ischen Exporte in die USA — der ü;ber der Basisannahme der Europä;ischen Zentralbank von 10% liegt — ;nnte einen moderaten negativen Effekt von minus 0,1% bis 0,2% auf das BIP im Euroraum haben. Der Zolldeal hat aber auch einen bedeutenden positiven Effekt: mehr Planungssicherheit fü;r Unternehmen.

Die Vereinbarung umfasst eine Vielzahl von Sektoren wie die Automobilwirtschaft, die Pharmaindustrie und die Halbleiterbranche. Nur fü;r Metalle gelten weiterhin hö;here Zollsä;tze. Mit der Einigung entfä;llt eine bedeutende Quelle der Unsicherheit, insbesondere vor dem Hintergrund der sich verä;ndernden politischen Landschaft in den USA. Auch wenn viele Details noch geklä;rt werden mü;ssen, haben die europä;ischen Exportunternehmen jetzt mehr Klarheit. Das sollte die Investitionsplanung erleichtern und den Anstoß; ;r die Realisierung aufgeschobener Investitionen und Anpassungen in den Lieferketten geben.

Unterschiedliche kurzfristige Auswirkungen, lä;ngerfristige Klarheit

Wichtige Details bleiben unklar, zum Beispiel, wie die Zusagen der EU, die Energieimporte aus den USA zu erhö;hen und mehr Investitionen in den USA zu tä;tigen, in der Praxis umgesetzt werden sollen. Fü;r den Rest des Jahres 2025 sollte die durch den Zolldeal hergestellte Planungssicherheit jedoch zu einem wieder grö;ßeren Geschä;ftsvertrauen fü;hren.

Makroö;konomischer und politischer Ausblick: ;ckkehr zur Stabilitä;t im Euroraum

Das Handelsabkommen bestä;rkt uns in unserer positiven Einschä;tzung der Stabilitä;t des Euroraums. Das Drohszenario einer Eskalation des Handelsstreits ist abgewendet worden. Das stä;rkt das Vertrauen der Unternehmen und das Wachstum in einer Zeit, in der Regierungen in allen Teilen der Region auf eine expansivere Fiskalpolitik umschwenken.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die EZB dadurch weniger unter Druck steht, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Die Mä;rkte haben ihre Erwartungen an weitere Zinssenkungen bereits zurü;ckgeschraubt. Wir rechnen weiterhin mit einem Endzinssatz von 2% und stabilen Zinsen bis Ende 2025. Die Dienstleistungsinflation ist mit ü;ber 3% weiterhin relativ hoch und die staatlichen Finanzierungspakete fü;r Investitionen in Infrastruktur, Energiewende und Verteidigung kommen zunehmend zum Tragen.

Wir erwarten, dass sich die Rendite der zehnjä;hrigen deutschen Bundesanleihe in Richtung 3% bewegen wird, da die Rezessionsä;ngste nachlassen und die Mä;rkte stattdessen ein moderates Wachstum bei einer anhaltenden Inflationsdynamik einpreisen dü;rften.

Chancen an den europä;ischen Devisen- und Kreditmä;rkten

Der EUR/USD-Wechselkurs wird sich kurzfristig voraussichtlich in einer engen Spanne bewegen, wobei die US-Konjunkturdaten weitgehend die Richtung bestimmen dü;rften. Unser mittelfristiger Ausblick bleibt jedoch konstruktiv. Positiv werten wir vor allem das gestiegene Vertrauen in die Umsetzung fiskalischer Stimulusmaß;nahmen im Euroraum, die im Vergleich der weltweiten Zentralbanken stabile Geldpolitik der EZB und das Potenzial fü;r weitere internationale Kapitalzuflü;sse in die europä;ischen Mä;rkte.

An den Kreditmä;rkten halten wir europä;ische Investment-Grade-Anleihen auf der Grundlage ihrer relativen Bewertung und niedrigeren Verschuldungskennzahlen sowie der jetzt grö;ßeren politischen Klarheit fü;r attraktiver als vergleichbare US-Anleihen. Im Fokus stehen weiterhin europä;ische Banken sowie die Sektoren Versorgung, Verteidigung und Konsumgü;ter. Banken profitieren von stabilen Zinsen, einer soliden Eigenkapitalausstattung und robusten Margen, Versorgungs- und Verteidigungsunternehmen von hö;heren Staatsausgaben und der Infrastrukturnachfrage und Konsumgü;terhersteller von einem anhaltend robusten inlä;ndischen Konsum, der den moderaten Druck durch hö;here Zö;lle abfedert.

Wir bleiben neutral in Bezug auf die Duration und setzen auf ausgewä;hlte Positionen in Staatsanleihen aus Euro-Peripherielä;ndern, die eine attraktive Verzinsung bei einer Verbesserung der Verschuldungskennzahlen bieten.

Zolleinigung stä;rkt Europas Resilienz

;hrend die Mä;rkte vor allem auf die Hö;he der Zollsä;tze blicken, stä;rkt die Verringerung des Handelsrisikos die Anlagethese fü;r den Euroraum. Eine grö;ßere Klarheit, Planungssicherheit, politische Stabilitä;t und fiskalische Unterstü;tzung schaffen ein konstruktiveres Umfeld fü;r Investitionen in europä;ische Vermö;genswerte, vor allem an den Kredit- und Devisenmä;rkten.

Globale Investoren, die Diversifikation und regelmä;ßige Erträ;ge anstreben, kö;nnen sich mit Allokationen in europä;ische Fixed-Income-Anlagen und den Euro gut positionieren, um von diesem neuen makroö;konomischen Umfeld und der verä;nderten Handelsdynamik zu profitieren.

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